Tiefenpsychologische Psychotherapie

Die meisten Menschen

kommen nicht zur Psychotherapie,

weil nichts mehr funktioniert.

Sondern weil immer wieder
dasselbe funktioniert.

Die meisten Menschen kommen nicht zur Psychotherapie, weil nichts mehr funktioniert. Sondern weil immer wieder
dasselbe funktioniert.

Kapitel 1

Verstehen

1.1 — Warum Menschen Eine Psychotherapie beginnen
1.2 — Warum sich manches wiederholt
1.3 — Warum Tiefenpsychologie
1.4 — Wie ich arbeite
1.1 — Warum Menschen eine Psychotherapie beginnen
D
ie meisten Menschen beginnen keine Psychotherapie, weil plötzlich alles zusammenbricht. Oft geschieht sogar genau das Gegenteil.
Sie funktionieren weiter. Sie gehen zur Arbeit, kümmern sich um ihre Familie, erfüllen ihre Aufgaben und versuchen, ihr Leben so gut wie möglich zu gestalten.
Sie haben viel über sich nachgedacht. Mit Freunden und Familie gesprochen. Bücher gelesen. Podcasts gehört. Versucht, die Dinge zu verstehen und ihren eigenen Weg zu finden.
Und dennoch entsteht irgendwann dieses Gefühl, dass etwas nicht stimmt.
Manche Menschen erleben tiefe Erschöpfung, Ängste oder depressive Verstimmungen. Andere verlieren das Gefühl der Lebendigkeit und fragen sich irgendwann, wann ihnen das Leben eigentlich abhandengekommen ist. Wieder andere geraten immer wieder in ähnliche Beziehungen, Konflikte oder Lebenssituationen und finden trotz aller Bemühungen keinen Ausweg.
Wieder andere haben das Gefühl, sich selbst im Laufe der Jahre irgendwo verloren zu haben.
Oft wissen Menschen sogar sehr genau, was sie tun sollten, damit es ihnen besser geht. Und dennoch gelingt es nicht, anders zu handeln, zu fühlen oder zu leben.
Reines verstandesmäßiges Verstehen allein genügt häufig nicht. Manche Erfahrungen des Lebens wirken tiefer, als wir zunächst ahnen.
Unsere Psyche ist erstaunlich kreativ darin, alte Antworten auf neue Fragen zu geben.
Psychotherapie beginnt dort, wo die Neugier auf sich selbst größer wird als die Selbstkritik.
Hinter sehr unterschiedlichen Symptomen, Diagnosen und Lebensgeschichten verbergen sich oft ähnliche Fragen, Konflikte und Sehnsüchte, auch wenn sie auf ganz unterschiedliche Weise Ausdruck finden.
Und vielleicht entsteht zum ersten Mal die Frage:
Warum wiederholt sich das eigentlich immer wieder?
1.2 — Warum sich manches wiederholt
Die Psyche ist konservativer, als die meisten Menschen glauben. Hat sie einmal eine Lösung gefunden, hält sie oft erstaunlich lange daran fest.
D
ie meisten Menschen erleben irgendwann, dass sich bestimmte Erfahrungen in ihrem Leben wiederholen. Das können sowohl schöne als auch schmerzhafte Erfahrungen sein.
Gemeint sind hier aber nicht die konkreten Ereignisse als vielmehr die Gefühle, Konflikte, Enttäuschungen und Verluste, die sich in unterschiedlicher Gestalt wiederholen.
Sie zeigen sich in den Beziehungen, die wir eingehen, in den Menschen, zu denen wir uns hingezogen fühlen, und in der oft unbemerkten Art, wie wir mit uns selbst umgehen.
Aus tiefenpsychologischer Sicht geschieht das nicht zufällig. Unsere Psyche entwickelt im Laufe des Lebens Wege, um mit Angst, Scham, Verlust, Kränkung oder Unsicherheit umzugehen.
Die meisten dieser Strategien haben uns einmal geholfen. Manche haben uns durch schwierige Zeiten getragen, andere überhaupt erst das Weiterleben ermöglicht.
Schwierig wird es erst dann, wenn wir an ihnen festhalten, obwohl sich unser Leben längst verändert hat.
Was gestern eine gute Lösung war, ist heute womöglich ein Leiden geworden.
So begegnen uns manchmal dieselben Erfahrungen immer wieder, obwohl wir uns nichts sehnlicher wünschen, als ihnen endlich zu entkommen.
Alte Antworten leben weiter, lange nachdem die ursprüngliche Frage vergessen wurde.
1.3 — Warum Tiefenpsychologie
T
iefenpsychologische Psychotherapie geht davon aus, dass nachhaltige Veränderung nicht allein durch Einsicht entsteht.
Die meisten Menschen wissen bereits erstaunlich viel über sich selbst. Sie kennen ihre Geschichte, können von ihren Verletzungen erzählen und haben oft ein feines Gespür für die Muster entwickelt, die sich durch ihr Leben ziehen. Viele haben Bücher gelesen, Podcasts gehört oder Gespräche geführt und sich immer wieder bemüht zu verstehen, warum sie fühlen, denken und handeln, wie sie es tun.
Und dennoch bleibt häufig das Gefühl, dass etwas Wesentliches fehlt.
Vielleicht, weil wir uns nicht allein durch Vernunft oder gute Vorsätze verändern. Vielleicht auch, weil manches erst dann in Bewegung gerät, wenn es nicht nur verstanden, sondern erlebt wird.
Tiefenpsychologische Psychotherapie interessiert sich deshalb für jene Bereiche unseres Erlebens, die sich dem unmittelbaren Bewusstsein oft entziehen.
Für Gefühle, die lange keinen Platz hatten. Für Konflikte, die eher gespürt als gedacht werden. Für Zusammenhänge, die unser Leben beeinflussen, ohne dass wir sie unmittelbar bemerken.
Wer sich auf diesen Prozess einlässt, begegnet mitunter Seiten an sich selbst, die lange aus dem Blick geraten waren. Wünsche, Ängste oder innere Konflikte, die bislang nur im Hintergrund gewirkt haben, können allmählich sichtbar und erfahrbar werden.
Aus solchen Momenten entsteht manchmal etwas, das sich nur schwer beschreiben lässt: das Gefühl, sich selbst wieder näherzukommen.
In meiner Arbeit geht es deshalb nicht allein darum zu erklären, warum etwas ist, wie es ist. Es geht darum, einen Raum zu schaffen, in dem Menschen ihren Wünschen, Ängsten, Verlusten, Konflikten und Möglichkeiten begegnen können, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen.
Denn Veränderung wird erst dort möglich, wo wir aufhören, gegen uns selbst zu kämpfen und beginnen, uns selbst besser kennenzulernen.
Nicht um jemand anderes zu werden. Sondern um dem eigenen Leben wieder näherzukommen.
Wir leiden selten an dem, was uns passiert ist. Sondern an dem, was wir daraus machen mussten.
1.4 — Wie ich Arbeite
J
eder Mensch bringt seine eigene Geschichte mit. Deshalb gibt es für mich auch keinen therapeutischen Standardweg und keine vorgefertigten Antworten, die sich auf jeden Menschen gleichermaßen anwenden lassen.
Mich interessiert zunächst, wer mir gegenübersitzt.
Welche Erfahrungen ein Mensch gemacht hat. Welche Beziehungen ihn geprägt haben. Welche Verluste, Konflikte oder Verletzungen Teil seiner Geschichte geworden sind. Aber auch, welche Kräfte, Hoffnungen und Möglichkeiten vielleicht längst vorhanden sind, ohne dass sie im Moment spürbar werden.
Dabei höre ich nicht nur auf das, was erzählt wird.
Denn oft sind es gerade die Brüche, Widersprüche und Zwischentöne, die etwas Wesentliches sichtbar machen. Manchmal zeigt sich etwas in einer beiläufigen Bemerkung oder einem Versprecher.
Manchmal in einem Gefühl, für das noch keine Worte gefunden wurden. Und manchmal auch im Schweigen.
Meine Arbeit ist beziehungsorientiert, interaktionell und intersubjektiv geprägt. Denn vieles von dem, was Menschen belastet, entsteht nicht im luftleeren Raum. Es entwickelt sich in Beziehungen und zeigt sich häufig auch dort wieder.
Deshalb spielt für mich nicht nur die Lebensgeschichte eines Menschen eine Rolle, sondern auch das, was sich zwischen uns im therapeutischen Prozess ereignet.
In der Psychoanalyse spricht man in diesem Zusammenhang von Übertragung und Gegenübertragung. Gemeint ist die unbewusste Weise, in der frühere Beziehungserfahrungen in neue Begegnungen hineinwirken. Solche Prozesse können Hinweise darauf geben, wie Menschen sich selbst erleben, was sie von anderen erwarten und weshalb sie immer wieder in ähnliche Konflikte geraten.
Ich verstehe mich dabei nicht als neutrale Beobachterin von außen. Sondern als aufmerksame Begleiterin eines gemeinsamen Prozesses. Jemand, der zuhört, mitdenkt und Wahrnehmungen dort zur Verfügung stellt, wo sie helfen können, etwas besser zu verstehen.
Manches lässt sich nicht sofort erkennen. Manches braucht Zeit. Und manches braucht vor allem einen Raum, in dem es überhaupt erst sichtbar werden darf.
Einen Raum, in dem gemeinsam Worte gefunden werden können für etwas, das bislang vielleicht nur als Unruhe, Konflikt, Schmerz oder ein schwer greifbares Gefühl erlebt wurde.
Ich arbeite mit Menschen, die unter sehr unterschiedlichen psychischen Belastungen und Störungen leiden. Dazu gehören unter anderem depressive Erkrankungen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen, Belastungsreaktionen, psychosomatische Beschwerden, Beziehungs- und Selbstwertkonflikte sowie viele weitere psychische Problemlagen.
Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht jedoch nicht die Diagnose, sondern der Mensch und die individuelle Geschichte, die hinter den Beschwerden steht.
Kapitel 2

Einzelpsychotherapie

J
ede Psychotherapie beginnt mit einem persönlichen Kennenlernen. Das erste Gespräch dient nicht nur dazu, Sie und Ihr Anliegen kennenzulernen. Es soll vor allem spürbar werden, ob wir uns eine gemeinsame tiefenpsychologische Arbeit miteinander vorstellen können.
Für Sie geht es dabei um die Frage, ob Sie genügend Vertrauen zu mir entwickeln können, um auch schwierige, schmerzhafte oder vielleicht lange vermiedene Themen anzusprechen. Für mich geht es um die Frage, ob ich einen Zugang zu Ihnen und Ihrer Geschichte finde und ob daraus eine Zusammenarbeit entstehen kann, die Ihnen wirklich hilft.
Psychotherapie ist immer auch eine Begegnung zwischen zwei Menschen. Eine tragfähige Arbeitsbeziehung ist deshalb keine Nebensache, sondern eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen gelingenden therapeutischen Prozess.
Nicht jede tiefenpsychologische Psychotherapie muss jahrelang dauern. Manche Menschen suchen nach einer kurzfristigen Unterstützung in einer akuten Lebenskrise oder Phase des Umbruchs. Andere möchten bestimmte Konflikte besser verstehen, neue Perspektiven entwickeln oder eine schwierige Entscheidung treffen. Wieder andere wünschen sich eine längerfristige Begleitung, um wiederkehrende Dynamiken, Beziehungserfahrungen oder tiefere innere Konflikte zu bearbeiten.
Wie lange eine Psychotherapie dauert und in welcher Frequenz sie stattfindet, lässt sich daher nicht pauschal beantworten, sondern ist sehr individuell. Jeder Mensch bringt vollkommen andere Voraussetzungen, Bedürfnisse, Fragen und Anliegen mit.
Deshalb entwickeln wir gemeinsam einen Rahmen, der zu Ihnen und Ihrer aktuellen Lebenssituation passt.
In meiner Praxis sind unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit möglich: Von einzelnen klärenden Gesprächen über zeitlich begrenzte, fokussierte Kurzzeittherapien bis hin zu längerfristigen, dynamischen oder auch hochfrequenten therapeutischen Prozessen.
Manche Anliegen benötigen nur wenige Gespräche. Andere brauchen Zeit. Jeder Mensch braucht für eine Veränderung sein eigenes Tempo und nicht jeder Weg verläuft geradlinig.
Die Freiheit einer freien Praxis ermöglicht es, den therapeutischen Prozess stärker am Menschen auszurichten als an vorgegebenen Kontingenten oder formalisierten Rahmenbedingungen. So kann der tiefenpsychologische Prozess die Form annehmen, die Sie für Ihre individuelle Situation tatsächlich brauchen.
Sabrina Schuder, Psychologische Psychotherapeutin, Schwarz-Weiß-Porträt mit Brille
Kapitel 3

Gruppentherapie

Der Mensch lebt nicht einfach nur neben anderen Menschen. Er entsteht und verändert sich zwischen ihnen.
G
ruppentherapie nutzt die Kraft von Beziehungen, um sichtbar zu machen, was einem allein verborgen bleibt.

Frauengruppe

Wöchentlich freitags, 17:00–18:30 Uhr. Halboffene Gruppe, maximal 8 Teilnehmerinnen.

Tiefenpsychologische Selbsterfahrungsgruppe

Wöchentlich donnerstags, 18:00–19:30 Uhr. Halboffene Gruppe, maximal 8 Teilnehmer.
Frauengruppe
Die Erfahrung zeigt, dass Frauen unter Frauen häufig in eine besondere Form von Resonanz kommen.
Themen, die Frauen im Laufe ihres Lebens beschäftigen, entwickeln sich in Beziehung zu anderen Frauen. Die Erfahrungen mit Müttern, Schwestern, Freundinnen, Kolleginnen oder anderen wichtigen Bezugspersonen prägen oft, wie wir uns selbst sehen, welchen Platz wir einnehmen und welche Vorstellungen wir von Weiblichkeit, Nähe, Stärke, Fürsorge oder Unabhängigkeit entwickeln.
In einer Frauengruppe können solche Fragen auf eine Weise sichtbar werden, die im Alltag oft ungesehen und unreflektiert bleibt. Dabei geht es besonders um die lebendige Erfahrung im Kontakt mit anderen Frauen.
Gerade dadurch entsteht die Möglichkeit, vertraute Rollen, Fantasien, Selbstbilder und Beziehungsdynamiken neu zu betrachten und vielleicht auch zu verändern.
Tiefenpsychologische Selbsterfahrungsgruppe
Diese Gruppe richtet sich bewusst an Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts und mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten.
Was Menschen voneinander zu trennen scheint, erweist sich dabei meistens als weniger bedeutsam, als man es vermuten würde.
Viele von uns bewegen sich durch die Welt mit Vorstellungen darüber, wer andere Menschen sind. Wir ordnen ein, vergleichen, bewerten und bilden uns Bilder voneinander. Oft sogar ohne es überhaupt zu bemerken.
In einer tiefenpsychologischen Gruppe geraten diese Bilder manchmal ins Wanken.
Menschen, die zuerst fremd erscheinen, werden seltsam vertraut. Unterschiede verlieren an Bedeutung. Und dort, wo man als erstes vor allem Trennung wahrgenommen hat, entsteht plötzlich die Erfahrung gemeinsamer menschlicher Themen und Konflikte.
Besonders in der Begegnung mit Menschen, die anders leben, denken oder fühlen als wir selbst, entstehen oft vollkommen neue Perspektiven auf das eigene Leben.
Und gelegentlich entsteht etwas, das im Alltag selten geworden ist: Die Erfahrung, einem anderen Menschen wirklich zu begegnen.
Der Weg in die Gruppe
Vor der Aufnahme in eine der Gruppen findet ein persönliches Vorgespräch statt.
In diesem Gespräch lernen wir uns kennen, besprechen Ihr Anliegen, Ihre aktuelle Lebenssituation sowie die Frage, ob die Gruppe aktuell ein geeigneter Rahmen für Sie sein könnte.
Dabei geht es nicht nur darum, ob die Gruppe zu Ihnen passt. Ebenso wichtig ist die Frage, welche Gruppe zu Ihnen passen könnte und ob die aktuelle Zusammensetzung der Gruppe eine sinnvolle und hilfreiche Aufnahme ermöglicht.
Die Aufnahme erfolgt deshalb nicht allein nach dem Prinzip „wer zuerst kommt", sondern unter Berücksichtigung der jeweiligen Gruppendynamik und Zusammensetzung.
Das Vorgespräch dauert 50 Minuten und entspricht einer regulären Einzelsitzung. Nach dem Gespräch entscheiden wir gemeinsam, ob eine Aufnahme in die Gruppe sinnvoll erscheint. Sollte aktuell kein passender Platz verfügbar sein, besteht die Möglichkeit, sich auf eine Warteliste setzen zu lassen.
Warum andere Menschen die besten Spiegel sind
Wer wir sind, entsteht von Anfang an in Beziehungen zu anderen Menschen.
Unsere ersten Erfahrungen machen wir in Beziehungen. Dort lernen wir, ob wir willkommen sind, ob wir gehört werden, wie viel Nähe wir geben und zulassen können und was wir zu erwarten haben, wenn wir uns zeigen.
Nichts davon verschwindet einfach wieder. Es begleitet uns unbemerkt in neue Begegnungen hinein.
Daher ist es nicht überraschend, dass sich auch die Fragen, Konflikte und Verletzungen, die Menschen in eine Psychotherapie führen, dort zeigen, wo andere Menschen anwesend sind.
Eine therapeutische Gruppe ist in diesem Sinne weit mehr als mehrere Einzeltherapien zur gleichen Zeit.
Sie ist ein geschützter sozialer Erfahrungsraum, in dem sichtbar werden kann, was sich sonst oft im Verborgenen vollzieht: Wie wir auf andere zugehen, welchen Platz wir beinahe selbstverständlich einnehmen, wovor wir uns schützen und wonach wir uns sehnen.
In Gruppen wird nicht nur gesprochen. Es wird wahrgenommen, reagiert, geschwiegen, gehofft, gefürchtet und manchmal auch gemeinsam etwas verstanden, für das zuvor niemand allein Worte hatte.
Manches wird dabei zum ersten Mal wirklich erfahrbar. Denn vieles lässt sich erzählen. Das Wesentliche erschließt sich jedoch oft erst dort, wo es zwischen Menschen lebendig wird.
Was eine Gruppe möglich machen kann
Wer zum ersten Mal eine therapeutische Gruppe besucht, erlebt meistens etwas Unerwartetes.
Viele Menschen kommen mit dem Gefühl, mit ihren Gedanken, Gefühlen oder Schwierigkeiten weitgehend allein zu sein. Für manche entsteht über die Jahre der Eindruck, anders zu sein als andere, mit bestimmten Ängsten, Konflikten oder Sehnsüchten keinen wirklichen Platz zu haben oder etwas mit sich herumzutragen, das besser verborgen bleiben sollte.
In der Begegnung mit anderen Menschen beginnt sich dieses Erleben manchmal zu verändern.
Plötzlich finden sich Episoden oder Erfahrungen wieder, die man bisher nur von sich selbst zu kennen glaubte. Gedanken, für die man sich geschämt hat. Zweifel, über die man nie gesprochen hat oder auch Gefühle, die man lange verborgen hielt.
Aus solchen Momenten entsteht etwas sehr Entlastendes. Die Schwierigkeiten verschwinden dadurch nicht sofort. Viele Menschen entdecken jedoch, dass sie mit vielem, was sie beschäftigt, weniger allein sind, als sie gedacht haben.
Darüber hinaus eröffnet eine Gruppe die Möglichkeit, neue interaktionelle und soziale Erfahrungen zu machen. Wer sich sonst eher zurückzieht, kann erleben, wie es ist, sichtbar zu werden. Wer gewohnt ist, sich anzupassen, kann vorsichtig ausprobieren, die eigene Meinung auszusprechen. Wer sich schnell verantwortlich fühlt, kann entdecken, dass Verantwortung auch geteilt oder abgegeben werden darf.
Veränderung geschieht hier nicht durch gute Ratschläge.
Sie entsteht aus dem gemeinsamen Erleben selbst. Aus der Erfahrung, dass authentische Begegnungen mit anderen möglich sind und dass sich bisher vertraute Dynamiken auch mit etwas Mut verändern lassen.
Wann eine Gruppe hilfreich ist
Gruppentherapie richtet sich nicht an eine bestimmte Diagnose.
Sie richtet sich an Menschen. An Menschen, die neugierig auf sich selbst geworden sind und bereit sind, sich auch im Kontakt mit anderen besser zu verstehen und kennenzulernen.
Besonders hilfreich kann Gruppentherapie für Menschen sein, die immer wieder ähnliche Schwierigkeiten in Beziehungen erleben, sich häufig missverstanden, zurückgewiesen oder allein fühlen oder den Eindruck haben, in ihrem Leben immer wieder an ähnliche Grenzen zu stoßen.
Vielleicht erleben Sie sich im Kontakt mit anderen unsicher und zurückhaltend, obwohl Sie sich eigentlich mehr Nähe wünschen. Vielleicht geraten Sie auch immer wieder in Konflikte, ohne genau zu verstehen, weshalb. Oder Sie spüren womöglich, dass sie sich stark an den Erwartungen anderer orientieren und dabei den Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen immer wieder verlieren.
Viele Menschen kommen gar nicht mit einer klaren Fragestellung in die Gruppe. Sie haben lediglich das Gefühl, dass etwas in ihrem Leben und in Bezug auf ihre Beziehungen zu anderen nicht stimmt, obwohl sie äußerlich meist gut funktionieren.
Entscheidend ist weniger die Diagnose als die Bereitschaft, sich auf Begegnungen einzulassen und gemeinsam mit anderen Menschen neugierig auf die eigenen Erfahrungen und Dynamiken zu schauen.
Honorar

Was die Zusammenarbeit kostet.

Meine Praxis richtet sich in erster Linie an Selbstzahler, Privatversicherte sowie Beihilfeberechtigte. Die Abrechnung erfolgt auf Grundlage der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP).
Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen übernehmen die Kosten für psychotherapeutische Behandlungen häufig ganz oder teilweise. Art und Umfang der Erstattung richten sich jedoch nach Ihrem individuellen Versicherungsvertrag. Es kann daher vorkommen, dass nicht alle Kosten übernommen werden und ein Eigenanteil verbleibt.
Ich empfehle Ihnen deshalb, sich vor Beginn der Behandlung bei Ihrer Krankenversicherung oder Beihilfestelle über die konkreten Bedingungen der Kostenübernahme zu informieren.
Einzelpsychotherapie
50 Minuten
150 €
Gruppentherapie
90 Minuten
75 €
Vorgespräch zur Gruppentherapie
50 Minuten
150 €
Kostenerstattungsverfahren in Einzelfällen möglich
Porträtfoto von Sabrina Schuder, Psychologische Psychotherapeutin, rund freigestellt in Schwarz-Weiß
Sabrina Schuder
Psychologische Psychotherapeutin
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