Freie Praxis
Ein Rahmen, der dem Menschen gerecht wird, nicht umgekehrt.
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Warum freie Praxis?
Ich habe mich bewusst für die Arbeit in freier Praxis entschieden.
Ich glaube nicht, dass psychotherapeutische Versorgung ein Luxusgut sein sollte. Im Gegenteil: Ich bin davon überzeugt, dass psychotherapeutische Arbeit einen Rahmen braucht, in dem sie sorgfältig, diskret und am tatsächlichen Prozess eines Menschen orientiert stattfinden kann.
Tiefenpsychologische Psychotherapie folgt keinem standardisierten Ablaufplan und arbeitet nicht mit standardisierten Manualen. Menschen kommen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten, Konflikten, Verletzungen, Beziehungserfahrungen und Fragen an das eigene Leben.
Was für den einen Menschen eine Krise ist, kann für einen anderen ein Entwicklungsschritt sein. Was den einen wenige Monate beschäftigt, beschäftigt den anderen über Jahre. Psychische Prozesse folgen selten den Logiken von Antragsformularen, Stundenkontingenten oder Verwaltungsabläufen.
Gerade deshalb braucht tiefenpsychologische Psychotherapie einen Rahmen, der dem Menschen gerecht wird und nicht umgekehrt.

Begrenzte Auslastung zugunsten der Behandlungsqualität
Psychotherapeutische Arbeit besteht nicht nur aus den fünfzig Minuten eines Gespräches. Zu einer sorgfältigen Behandlung gehören für mich Vor- und Nachbereitung, Diagnostik, Dokumentation, Fortbildung, Intervision, Supervision sowie die kontinuierliche Auseinandersetzung mit den Fragen und Konflikten, die Menschen in die Therapie mitbringen. Kurz gesagt: lesen, nachdenken, verstehen.
Aus diesem Grund nehme ich bewusst nur so viele Patienten auf, wie ich fachlich und menschlich verantwortungsvoll begleiten kann. Eine freie Praxis ermöglicht mir, die Zahl der Behandlungen zu begrenzen und Qualität nicht gegen Quantität eintauschen zu müssen.
Die Vorstellung, Aufmerksamkeit und Konzentration ließen sich beliebig vervielfachen, hat sich weder in der Psychologie noch im übrigen Leben besonders bewährt.
Absolute Diskretion & Vertraulichkeit
Psychotherapie beschäftigt sich mit den persönlichsten und manchmal auch verborgensten Bereichen eines menschlichen Lebens. Mit Beziehungen, Konflikten, Ängsten, Wünschen, Kränkungen, Schuldgefühlen und oftmals mit Dingen, die bisher niemandem anvertraut wurden.
Viele Menschen wünschen sich für solche Themen einen geschützten Rahmen, nicht nur rechtlich und formal, sondern auch menschlich. Diskretion ist für mich deshalb weit mehr als die Einhaltung gesetzlicher Schweigepflichten. Sie ist Teil meiner professionellen Haltung.
Als Berufsgeheimnisträgerin unterliege ich zudem einer besonders strengen gesetzlichen Schweigepflicht. Meine Praxis arbeitet bewusst unabhängig von den Strukturen der gesetzlichen Regelversorgung. Dadurch kann ich Ihnen ein Höchstmaß an Vertraulichkeit, persönlicher Autonomie und Kontrolle über sensible Informationen ermöglichen.
Diese Diskretion beginnt nicht erst im Therapieraum. Auch das Umfeld der Praxis ermöglicht es, Termine unauffällig und ohne öffentliche Sichtbarkeit wahrzunehmen. Psychotherapie gehört für mich zu den Dingen, über die jeder Mensch selbst bestimmen sollte.
Verlässliche therapeutische Begleitung
Psychische Veränderungen entstehen nicht plötzlich auf Knopfdruck. Sie entwickeln sich in Beziehungen, Erfahrungen und Prozessen, die Zeit benötigen. Gerade in belastenden Lebensphasen kann Verlässlichkeit eine wichtige Rolle spielen: zu wissen, dass es einen festen Ort, einen festen Termin und einen Menschen gibt, der den eigenen Weg über einen längeren Zeitraum begleitet.
Wie lange eine Psychotherapie dauert, sollte sich weniger an organisatorischen Vorgaben orientieren als an der Frage, was für den jeweiligen Menschen sinnvoll ist. Manchmal kann es auch beruhigend sein zu wissen, dass es einen Ort und einen Menschen gibt, zu dem man zurückkehren kann. Auch nach Jahren.
Einsichten entstehen schnell. Vertrauen gewöhnlich nicht.
Mehr Raum für diagnostische und fachliche Sorgfalt
Menschen sind komplizierter als Diagnosen uns glauben machen wollen. Ähnliche Beschwerden können völlig unterschiedliche Ursachen haben. Nicht alles, was wie eine Depression aussieht, ist eine Depression. Und nicht jedes Problem lässt sich durch das Ankreuzen einiger Symptome verstehen.
Deshalb nehme ich mir ausreichend Zeit für Diagnostik, nicht nur für die Frage, welche Diagnose gestellt werden kann, sondern auch dafür, was überhaupt passiert ist. Wie jemand geworden ist, wer er heute ist und weshalb bestimmte Schwierigkeiten gerade jetzt auftreten.
Manches versteht man bereits im Erstgespräch. Anderes erst Wochen oder Monate später. Verstehen braucht manchmal etwas, das im heutigen Gesundheitswesen eher knapp geworden ist: Zeit.
Eigenverantwortliche Entscheidung für die eigene psychische Gesundheit
Die Entscheidung für eine Psychotherapie ist nicht nur eine organisatorische Frage. Sie ist auch eine Entscheidung darüber, welchen Stellenwert die eigene psychische Gesundheit, die eigene Würde und die eigene Lebendigkeit im Leben haben sollen.
Für viele Menschen ist es selbstverständlich, Geld für ihr Auto, ihre Wohnung, ihre technische Ausstattung oder ihren Urlaub auszugeben. Geht es um die eigene Psyche, beginnt dagegen nicht selten eine Grundsatzdiskussion.
Manche Menschen entscheiden sich bewusst dafür, ihre psychische Gesundheit nicht von Wartelisten, Zuständigkeiten oder institutionellen Rahmenbedingungen abhängig zu machen. Eine freie Praxis kann die Möglichkeit bieten, psychotherapeutische Unterstützung dann in Anspruch zu nehmen, wenn sie benötigt wird, und nicht erst dann, wenn sie verfügbar wird.
Psychische Gesundheit ist kein Luxusgut. Sie gehört zu den Grundlagen eines gelingenden, lebendigen Lebens.
Für wen eine freie Praxis besonders interessant sein kann
Eine freie Praxis ist sicherlich nicht für jeden Menschen die richtige Wahl. Für manche kann sie jedoch einen Rahmen bieten, der den eigenen Bedürfnissen besonders gut entspricht: für Menschen, die Wert auf ein hohes Maß an Diskretion legen, zeitnah Unterstützung suchen oder ihre psychotherapeutische Begleitung möglichst individuell gestalten möchten.
Auch Menschen mit beruflicher Verantwortung, Selbstständige, Unternehmer, Künstler, Musiker, Medienschaffende oder Personen des öffentlichen Lebens schätzen häufig die Möglichkeit, psychotherapeutische Unterstützung in einem besonders vertraulichen und flexiblen Rahmen in Anspruch zu nehmen.
Letztlich ist jedoch weniger entscheidend, welchen Beruf jemand ausübt, als die Frage, welcher therapeutische Rahmen zu seiner Lebenssituation passt. Eine freie Praxis kann daher vor allem für Menschen interessant sein, die Wert auf Diskretion, Flexibilität, Kontinuität und individuelle Gestaltungsmöglichkeiten legen.
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Die Räume
Ein Ort, der zum Hinsehen einlädt
Meine Praxis befindet sich in den historischen Grafischen Höfen im Zentrum Leipzigs, nahe des Hauptbahnhofs.
Über viele Jahrzehnte wurden hier Bücher gedruckt, Texte gesetzt und Verlagsgeschichte geschrieben. Bis heute spürt man etwas von dieser kulturellen Tradition.
Die Praxisräume selbst waren viele Jahre das Atelier eines Leipziger Malers. Als ich die Räume zum ersten Mal betreten habe, hatte ich sofort das Gefühl, dass sie zu mir und meiner Arbeit passen.
Natürlich haben mich die großen Fenster, das viele Tageslicht und die besondere Weite des ehemaligen Ateliers angesprochen. Obwohl die Praxis mitten in der Stadt liegt, strahlen die Räume eine Ruhe aus, die man an diesem Ort zunächst gar nicht erwarten würde. Gleichzeitig wirkt der Raum trotz seiner Offenheit nicht kühl oder distanziert. Vielleicht liegt es am Holzboden, vielleicht an den wechselnden Lichtstimmungen oder an der Art, wie sich Weite und Geborgenheit hier miteinander verbinden.
Wahrscheinlich war es aber noch etwas anderes.
Kunst hat mich schon immer interessiert, weil sie sich häufig mit denselben Fragen beschäftigt wie die Tiefenpsychologie. Mit dem Sichtbaren und dem Verborgenen. Mit dem, was gesagt werden kann, und dem, was sich nur andeutet. Mit Stimmungen, Symbolen, Widersprüchen und jenen Erfahrungen, für die Menschen oft lange keine Worte finden.
Vielleicht hat mich dieser Ort deshalb so unmittelbar angesprochen.
Manche Räume laden dazu ein, genauer hinzusehen. Nicht nur auf die Welt. Sondern auch auf sich selbst. Und genau darum geht es ja auch in der Tiefenpsychologie.

